Vollduplex

Der Begriff Vollduplex spezifiziert die zeitliche Richtungsabhängigkeit einer Kommunikation zwischen verschiedenen Teilnehmern genauer. Neben Vollduplex-Übertragungen existieren Halb-Duplex- und Semi-Duplex-Verfahren. Vollduplex besagt, dass Informationen in beide Richtungen gleichzeitig übertragen werden können. Meist nutzen die Übertragungsverfahren hierfür getrennte Leitungen. Dadurch ist es möglich, an einer Kommunikationsschnittstelle den gleichzeitigen Empfangs- und Sendebetrieb durchzuführen.

Im Gegensatz zu dem Begriff Duplex steht der Begriff Simplex. Bei einer Simplex-Kommunikation lassen sich Informationen immer nur von einem Teilnehmer senden oder von einem Teilnehmer empfangen. Ein Wechsel der Kommunikationsrichtung ist nicht möglich. Typische Beispiele für die Simplex-Kommunikationen sind Fernseh- oder Rundfunkübertragungen oder die Übertragung von Audiosignalen von einem Verstärker zu einem Lautsprecher.

Das Telefonieren – eine typische Vollduplex-Kommunikation?

Oft bezeichnet man das Telefonieren als typische Vollduplex-Kommunikation, da die Teilnehmer gleichzeitig sprechen und hören können, ohne dass ein Umschalten der Kommunikationskanäle erfolgen muss. Doch kann auch dem Telefonieren ein Halb-Duplex-Verfahren zugrunde liegen. So wird ISDN auf den unteren Übertragungslayern prinzipiell Halb-Duplex betrieben. Allerdings erfolgt die Umschaltung zwischen der Sende- und der Empfangsrichtung so schnell, dass für die darüber liegende Anwendungsschicht, das Telefonieren, die ISDN-Technik als Vollduplex erscheint. Ähnlich verhält es sich mit anderen Kommunikationsprotokollen. Die hohe Geschwindigkeit des Wechsels zwischen dem Senden von Daten und dem Empfangen von Daten simuliert für die übergeordneten Services einen Vollduplex-Betrieb.