Das „Projekt Angst“-Problem der Cloud (und wie Du es besiegst!)

Das „Projekt Angst“-Problem der Cloud (und wie Du es besiegst!)

06. August 2018

Es gibt keinen Zweifel daran, dass Cloud-Technologie ein positiver Enabler für Unternehmen ist. Die Beweise dafür sind überall. Große und kleine Unternehmen profitieren von Cloud-Anwendungen und -infrastrukturen, und deren Vorteile steigen mit in Vielfalt und Volumen wachsender Cloud-Technologie.

Sich für die Cloud zu entscheiden ist ein positiver Schritt, aber das hält einige Entscheidungsträger nicht davon ab, von Angst getrieben zu werden. Die Chancen und Vorteile agileren Arbeitens, höherer Produktivität und zufriedenerer Nutzer sind eindeutig positiv. Doch manche versuchen, dies in eine negative Motivation zu verwandeln, wie etwa in „Ihr Unternehmen steckt in Schwierigkeiten, wenn Sie Ihre Cloud-Adoption nicht jetzt beginnen“.

Sagt Ihnen jemand, dass Sie Angst haben sollen?

Es erfordert Vertrauen, Ratschlägen zu folgen.

Dies ist ein großes Problem, da fast alle Entscheidungsträger auf Experten angewiesen sind, wenn es um Technologie geht. Orientierungshilfen nehmen immer die Form von unabhängigen, vertrauenswürdigen Beratern an. Alle spielen eine wichtige und verantwortungsvolle Rolle.

Die Wahrheit ist, dass vertrauenswürdige Berater ihren Rat nicht aus der Güte ihrer Herzen erteilen – sie existieren, um Geld zu verdienen. Und während viele sich für die Interessen ihrer Kunden einsetzen, weil sie dies als zentral für ihre Integrität, Marktreputation und langfristigen kommerziellen Erfolg erachten, sind andere weniger den Interessen ihrer Kunden verpflichtet.

Du kannst den Unterschied erkennen, wenn es darum geht, Positivität oder Negativität zu verkaufen. Chance gegen Angst. Manche werden Dich auf das Verbesserungspotential Deiner Organisation aufmerksam machen, andere auf die Dunkelheit, die über Euch hereinbrechen wird, wenn Du nicht das tust, was man Dir vorschlägt.

Der Handel mit der Angst

Ein Bereich, in dem Negativität weit verbreitet scheint, ist die Einhaltung von Vorschriften. Es ist das ultimative „Tue jetzt dies oder stelle Dich den Konsequenzen“. Hier ist die Betonung der Angst nahezu verzeihlich. Jedoch nicht ganz. Es besteht ein erheblicher Unterschied zwischen einem Expertenberater, der Dir rät, eine positive neue kulturelle Einstellungen im Zusammenhang mit so etwas wie der DSGVO anzunehmen (selbst wenn das implementieren wenig oder gar nichts kostet), und jemandem, der Dir aufgrund von Angst vor Bußgeldern und Gerichtsverfahren eine teure neue Sicherheitslösung verkauft, die Du vielleicht überhaupt nicht benötigst. Lies hier mehr über den Weg, den wir hier eingeschlagen haben.

Im weiteren Sinne funktioniert der Verkauf von Angst gut, weil Menschen die Idee fürchten, zurückgelassen oder isoliert zu werden, oder später zu bedauern, dass sie es versäumt haben, der Weisheit der Herde zu folgen.

Auf der anderen Seite schert sich „Projekt Angst“ sehr wenig um Innovation, Chancen, Führung oder Unternehmertum.

Wir bei NFON sind der Meinung, dass sich Cloud-Technologie sehr von der Einhaltung der DSGVO oder der Vorbereitung auf den Y2K-Bug unterscheidet. Die Cloud ist anders als alles andere in der Welt der Technologie. Hier herrschen andere Regeln.

Die Desillusionierungsprognose der Cloud

Ein Artikel in UC Today prognostizierte, dass die derzeitige „Flucht in die Cloud“ der Unternehmen bald einen Höhepunkt erreichen würde, bevor sie in einigen Jahren abnehmen und sich dann wieder erholen würde. Laut der Cloud-Beratungspraxis, die hinter dem Artikel steht, folgt die Cloud-Einführung einfach ihrem Weg entlang Gartners ausgetretenem „Hype-Zyklus“. Insbesondere wenn man den „Technologie-Trigger“ miterlebt hat, wird der mit Spannung erwartete „Gipfel der überhöhten Erwartungen“ wahrscheinlich nicht weit entfernt sein. Und diesem wird dann bald der unvermeidliche „Tiefpunkt der Desillusionierung“ folgen. Anscheinend ist die gute Nachricht, dass der „Hügel der Erleuchtung“ und das „Plateau der Produktivität“ bereits 2022 beginnen könnten.

Niemand, so scheint es, hat Gartner gefragt, ob sie glauben, dass dies bezüglich der Cloud der Fall ist. Dennoch ist es eine interessante Hypothese.

Unser Problem mit diesem Konzept ist nicht nur seine Negativität. Die Cloud ist völlig anders als die tausend anderen Technologien, die zweifellos in das Hype-Zyklus-Modell passen. Hier ist der Grund:

  • Im Gegensatz zu herkömmlichen IT-Lösungen findet die Desillusionierung mit der Cloud bereits parallel zu Akzeptanz und Nachfrage statt. Es nennt sich Leben in einer Beta-Welt, in der alles digitale Software ist und alles ständig weiterentwickelt und verbessert wird. Es ist nicht sequenziell, erzeugt Höhen und Tiefen oder behindert den Fortschritt.
  • Der Wettbewerb ist außergewöhnlich in Bezug auf Cloud-Anbieter, die ihre Produkte, Nutzererfahrungen und Preise optimieren, und er ist ein Katalysator für Anwender, die Cloud nutzen, um Innovationen zu schaffen und mit ihrer Konkurrenz Schritt zu halten. All dies deutet auf eine stark anhaltende Cloud-Akzeptanz hin.
  • Die Cloud steht für einen einen Paradigmenwechsel, ähnlich wie der Austausch von Pferden gegen Autos, Eisenbahnen gegen Autobahnen und Einwahlverbindung gegen Glasfaser. Es ist ein Wandel; ein Moment des Zerreißens des Regelbuchs. Es passt nicht mehr in alte Vorlagen.
  • Dieses ganze Argument kommt zwei Jahre zu spät. Die Cloud befindet sich irgendwo auf dem Hügel der Erleuchtung und in einiger Entfernung des Plateaus. Die Tatsache, dass die Nachfrage noch nicht zurückgegangen ist, bedeutet nicht automatisch, dass sich die Cloud noch in der Anfangsphase befindet.

Bleib’ positiv. Alles wird gut. Die Cloud hat eine rosige Zukunft vor sich und eine Zukunft, in der wir uns bereits seit zehn Jahren befinden.

Verlasse Dich auf Berater, denen Du vertraust und stelle sicher, dass sie Deines Vertrauens würdig sind.

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