8 Tipps, um Dich von Deiner Technologie-Abhängigkeit zu befreien

8 Tipps, um Dich von Deiner Technologie-Abhängigkeit zu befreien

24. May 2018

Wir schreiben das Jahr 1996. Gerade ist ein Teenager in eine Klinik für Alkohol- und Drogenentzug eingeliefert worden. Er zittert am ganzen Körper, wimmert und schüttelt sich unkontrolliert. Im Aufenthaltsraum fängt er an mit Stühlen und Tischen um sich zu werfen. Ganz klar: Er ist in der schlimmsten Phasen eines Entzug.

Aber was konsumiert er? Crack? Wodka? Heroin? Nichts dergleichen. Laut dem behandelnden Psychologen handelt es sich um einen waschechten Cold Turkey, einen kalten Entzug – vom Internet. 1996? Kaum zu glauben oder? Aber warte mal … wetten, Du hast in den letzten 10 Minuten mindestens einmal auf dein Handy geschaut? Am Laptop gesessen? Facebook geöffnet? Die letzten Nachrichten gelesen? 2018 hätte diese Entzugsklinik unzählige potenzielle Patienten, Smartphone-Zombies wie eine Deloitte Studie sie nennt, die längst die Kontrolle über ihren Internetkonsum verloren haben.

Das Thema Technologie-Abhängigkeit ist inzwischen so omnipräsent, dass sich ein ganzer Markt um den digitalen Entzug gebildet hat. Das Camp für Erwachsene von Camp Grounded in Navarro, Kalifornien, klug platziert in der Nähe von San Francisco, ist nur eines von vielen Beispielen. Auch Digital Detox bietet Tage gefüllt mit Aktivitäten wie Talentshows, Malen und kreativem Schreiben, Auszeiten inklusive grünen Smoothies und Yoga, komplett organisiert von dem Unternehmen mit Hauptsitz in Oakland. Ihr Motto: „Disconnect to reconnect“. Eines haben sie alle gemeinsam: Deine Geräte musst du am Eingang abgeben.

Weder bereit auf kalten Entzug zu gehen, noch interessiert daran mehrere hundert Euro zu zahlen, um das Handy abgeben zu dürfen? Mit unseren kleinen Korrekturen für den Alltag stellst Du das Gleichgewicht zwischen produktivem Arbeiten mit Hilfe neuer Technologien und endlosem Internet-Surfen einfach und schnell wieder her.

1. Schalte Push-Benachrichtigungen aus
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Ein Klassiker und das zurecht! Denn dieser Trick funktioniert so gut, wie er sich einfach im Alltag umsetzen lässt. Tatsächlich sind Push-Benachrichtigungen selten wichtig und verführen nur dazu, das Handy in die Hand zu nehmen und nicht so schnell wieder loszulassen. Auf dem Laptop erfüllen sie genauso selten eine wirklich hilfreiche Funktion.

Expertin Chloe Brotheridge bestätigt dem Guardian gegenüber, dass Benachrichtigungen das Unterbewusstsein praktisch dazu zwingen, das entsprechende Programm zu öffnen – ob dahinter eine wichtige Mitteilung steckt oder, wie in den meisten Fällen, eben nicht. Sie rät deshalb dazu, E-Mails bewusst abzurufen, anstatt sich auf Push-Benachrichtigungen zu verlassen. So nutzt man die Technologie automatisch selbstbestimmte

2. Schließe nicht genutzte Apps komplett

Dieser Tipp liegt eigentlich auf der Hand, oder? Allein die Tatsache, dass Slack nicht ständig in Rot auf sich aufmerksam macht, oder wir das Instagram-Symbol nicht auf dem Bildschirm sehen, sorgt für wesentlich weniger Ablenkung. Nichtsdestotrotz, es kommt praktisch niemand darauf, sich von gerade nicht verwendeten Programmen komplett abzumelden oder diese zumindest komplett zu schließen.

Probiere es doch mal aus, die zehn Sekunden, die das Einloggen dauert genügen oft schon, um Nutzer davon zu überzeugen, dass das Überprüfen auf neue – ja, was eigentlich? – jetzt nicht unbedingt nötig ist. Der erneute Log-in kostet dich zu viel Zeit? Mit Sicherheit wirst du diese sparen, indem du das Tool ab jetzt nur noch öffnest, wenn du es tatsächlich brauchst.

3. Kombiniere Ruhemodus mit Passwort

Allein das Licht eines Bildschirms zieht unsere Augen magisch an. Es ist einfach schwer zu ignorieren, selbst Neugeborene reagieren bereits auf aufleuchtende Screens. Wenn sich Handy und Desktop aber regelmäßig abschalten, und sich uns nur der schwarze Bildschirm präsentiert, ist es einfacher sich auf andere Dinge zu konzentrieren.

Verwende Passwörter zum Reaktivieren Deiner Geräte und Apps. Ähnlich dem Prinzip des Anmeldens von Programmen oder Netzwerken geben die wenigen Sekunden, die das Entsperren deines Geräts nach dem Reaktivieren aus dem Ruhemodus dauert, oft exakt genug Zeit zum Überlegen, ob das jetzt wirklich nötig ist.

4. Ab in die Tasche!
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Den PC bei der Arbeit einfach auszuschalten ist möglicherweise nicht besonders praktikabel, schließlich spielt sich doch der Großteil unserer täglichen Kommunikation im Arbeitsalltag hier ab.

Aber wie wäre es mit dem Handy? In den meisten Unternehmen ersetzen intelligente Cloud-Telefonanlage das Handy für alle arbeitsrelevanten Gespräche sowieso. Diese beinhaltet passende Features, die die Kommunikation aktiv verbessern, statt ständig für Ablenkung zu sorgen. Und im Zweifelsfall klingelt das Handy ja so oder so, auch in der Tasche.

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5. Nutze Technologie, um Dich von Technologie fernzuhalten

„Wenn wir unseren Geräten schlichtweg überlassen werden, werden wir den ganzen Tag mit ihnen verbringen”, sagt David Ryan Polgar, Ethiker des Fachbereichs Technologie und Co-Founder des Digital Citizenship Summit. Seien wir mal ehrlich: Unsere Willenskraft kann es einfach nicht aufnehmen mit all den schlauen Köpfen der vielen Start-ups und Riesenkonzerne, die um unsere Aufmerksamkeit kämpfen. Laut Polgar müssen wir uns „gegen intelligentes Targeting inzwischen aktiv wehren, am besten, indem man die Versuchung von Anfang an und so weit wie möglich begrenzt“.

Ironischerweise kann Technologie dabei erste Hilfe leisten. Beispielsweise in Form von Apps, die dir sagen, wie oft du heute auf Dein Handy geschaut hast, warnen, wenn Dein Konsum über selbst gesetzte Limits hinausgeht oder, ganz radikal, Ablenkungen wie Spiele gleich ganz blockieren.

Solche Apps übermitteln Dir Botschaften wie „Boom! 2H 33M break from your phone! Digital detox goal smashed!“. Die App Space beginnt freundlich mit Nachrichten a la „Wie wäre es mit einer Pause?“ steigert sich aber schnell und wird dann sehr deutlich: „Oh, du schon wieder! Musst du wirklich hier sein?

6. Hör auf, alles zu googeln

Weisst du noch, wie Du früher einfach Deine Kollegen gefragt hast, wann der Bäcker um die Ecke zu macht oder wie diese eine Redewendung auf Englisch heißt? Das funktioniert immer noch einwandfrei und ist dazu noch gut für die Kommunikation im Team.

Forbes empfiehlt: Vertraue deinem Instinkt und denke ruhig auch mal wieder ein bisschen länger nach, bevor du auf das Internet zurückgreifst. Im Arbeitsalltag hat das dann oft noch den schönen Nebeneffekt, dass Du feststellen wirst, wo Deine Talente und Stärken liegen und mehr mit Deinen Kollegen interagierst. Menschen, die sich vollkommen auf das Internet verlassen, tun sich schwerer mit originellen Ideen und authentischem Auftreten. Zudem fehlt ihnen das Feedback, dass der Austausch mit den Kollegen mit sich bringt.
Möglicherweise wirst Du dich ab und zu blamieren – aber in erster Linie viel dazulernen.

7. Richte Technologie-freie Zonen ein
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Technologie findet schleichend seinen Weg in alle Bereiche unseres Lebens und das zumeist ohne, dass wir es wirklich bemerken oder wollen. Räume zu schaffen, in denen diese Hausverbot hat, kann helfen um bewusst abzuschalten.

Im Büro ist das schwierig umzusetzen, aber auch im Arbeitsalltag kann man die Pausen nutzen, um mit Kollegen oder Partnern Mittag essen zu gehen, über neue Projekte oder einfach die Pläne fürs Wochenende zu reden. Die Online-Welt bleibt dann einfach mal für eine halbe Stunde im Büro. Noch ein kleiner Tipp: Das Handy muss nicht zwingend mit auf die Toilette!

8. Grau in Grau ist schlau

Die Initiative aus Silicon Valley Time Well Spent, bestehend aus Technologie-Geeks und ehemaligen Angestellten der Tech-Riesen, schlägt diese mit ihren eigenen Mitteln. Das Team weiß besser als jedes andere, wie Strategien funktionieren, die die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich lenken – schließlich haben sie viele von ihnen selbst entwickelt.

Der neueste Digital-Detox-Trend: Grautöne! Denn bunte, fröhlich blinkende Icons belohnen unser Gehirn jedes Mal, wenn wir unser Gerät entsperren. Indem du den Bildschirm in Graustufen anzeigen lässt, wird diese positive Verstärkung entschärft. Laut der Initiative hilft das bereits vielen Menschen sich weniger von den Versprechungen der Technologie umgarnen zu lassen.

Auf den meisten Geräten ist diese Option bereits integriert, Du findest sie in den Einstellungen unter Farbfilter.

Gute Gespräche sind die beste Ablenkung

Fazit: Ganz klar, das Problem ist besorgniserregend. Wie die Psychotherapeutin Hilda Burke, Vorsitzende des National Unplugging Day 2016 und 2017, bestätigt, bringt die übermäßige Nutzung von Technologie früher oder später psychische Problemen wie Angstzuständen oder Schlaflosigkeit mit sich. Auch wenn Du davon bisher nichts spürst, Dein Körper und Geist profitieren in jedem Fall, wenn du gelegentlich abschaltest. Und damit wird auch Deine Arbeit effizienter, jenseits der Versprechungen der Produktivitätstools auf Deinem Laptop.

Technologie hält uns ständig auf dem Laufenden und erlaubt weder Pausen noch Leerlauf. Dabei ist es von Vorteil, sich öfter mal zu langweilen, denn dann kommen die richtig guten Ideen. Kurz und gut: echte Gespräche führen, Face-to-Face oder über das Telefon, mehr Single-Tasking und ein bewusster, selbstbestimmter Umgang sind der Schlüssel zu einem gesunden Verhältnis zu Technologie im Alltag.

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